Halbierungsinitiative gefährdet Barrierefreiheit und InklusionVorstand fasst Nein-Parole
Bern, 27.01.2026 – Aufgrund der Tragweite der Volksabstimmung und der drohenden Diskriminierung von Menschen mit Behinderungen hat der Vorstand von Inclusion Handicap einstimmig die Nein-Parole zur Halbierungsinitiative beschlossen. Aus Sicht des Dachverbands ist die SRG von grösster Bedeutung für eine unabhängige Berichterstattung und die Abbildung von Inklusion als Teil der gesellschaftlichen Vielfalt. Das barrierefreie Angebot der SRG darf nicht gekürzt werden.
Inhalte in Schweizer Gebärdensprachen, Sendungen mit Untertiteln oder Audiodeskription: Das umfangreiche barrierefreie Angebot der SRG ist essenziell für den gleichberechtigten Zugang von Menschen mit Gehörlosigkeit, Hör- oder Sehbehinderungen. Die Halbierungsinitiative will die Haushaltsabgabe (Serafe-Gebühr) von heute 335 Franken auf 200 Franken senken. Dies hätte, wie auch der Bundesrat befürchtet, einen massiven Leistungsabbau zur Folge. Ein Abbau würde auch die Barrierefreiheit bedrohen. «Ein Fernsehen ohne Barrierefreiheit schliesst tausende Menschen mit Behinderungen vom TV-Angebot aus und verletzt die Rechte von Menschen mit Seh- und Hörbehinderungen», sagt Verena Kuonen, Co-Präsidentin von Inclusion Handicap. Der Dachverband der Behindertenorganisationen lehnt die Initiative, über die das Volk am 8. März 2026 abstimmt, deshalb entschieden ab.
Keine Untergrabung von Inklusion geduldet
Die SRG ist wichtig für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in der Schweiz. Dazu gehört der Einbezug und die Perspektive von Minderheiten, aber auch die Abbildung von Diversität und Inklusion als Teil der gesellschaftlichen Vielfalt. Das Schweizer Radio und Fernsehen berichtet objektiv und unabhängig, auch über Themen der Inklusion. Dabei geht es nicht nur um Behindertenpolitik – gerade die Berichterstattung zu den Paralympics oder anderen Sportanlässen stärkt zum Beispiel das öffentliche Bewusstsein für die Inklusion. Zudem spricht das heutige Angebot auch viele Personen an, die sich aufgrund einer Leseschwäche nicht ausreichend in der Presse informieren können. Mit der Halbierungsinitiative könnte der Zugang zu Informationen stark eingeschränkt werden.
Gesellschaftlicher Schaden weit grösser als Sparpotential
Die UNO-Behindertenrechtskonvention sichert das Recht von Menschen mit Behinderungen auf den Zugang zu Informationen. Inclusion Handicap begrüsst sehr, dass sich die SRG bis 2027 noch stärker zur Barrierefreiheit bekennt – dies trotz in der Vergangenheit stetig gesunkener Gebühren. Eine weitere Sparübung dagegen würde viele Menschen ausschliessen und setzt die Sprachvielfalt der Schweiz aufs Spiel, die auch die Schweizer Gebärdensprachen beinhaltet. Die gesellschaftlichen Kosten und der individuelle Verlust wären deutlich höher als die Einsparungen.