Was ist Inklusion?
Alle Menschen haben die gleiche Rechte.
Und alle Menschen haben das Recht,
selbst über ihr Leben zu bestimmen.
Unser Ziel ist Inklusion.
Hier lesen Sie mehr dazu,
was Inklusion für uns bedeutet.
So verstehen wir Inklusion
Inklusion bedeutet:
Jeder Mensch gehört dazu.
Jeder Mensch hat die gleichen Rechte.
Und jeder Mensch kann mitmachen.
Bei der Arbeit.
In der Freizeit.
In der Politik.
Kurz gesagt: überall.
Wir sagen dazu:
die Gleich·stellung von Menschen mit und ohne Behinderungen.
Inklusion will:
- Vielfalt fördern
Das bedeutet:
Wir sind alle anders.
Und das ist gut so.
Mehr Vielfalt macht die Gesellschaft besser.
- Selbstbestimmung wirklich umsetzen
Das bedeutet:
Jeder Menschen entscheidet selbst,
wie er leben will.
- Benachteiligungen ausgleichen
Das bedeutet:
Jeder Mensch bekommt die Unterstützung,
die er braucht.
Damit er die gleichen Chancen hat.
- Diskriminierungen verbieten
Das bedeutet:
Niemand wird schlechter behandelt wegen einer Behinderung.
- Teilhabe leben
Das bedeutet:
Jeder Mensch gehört in der Gesellschaft dazu.
Und jeder Mensch bestimmt mit.
Jeder Mensch kann etwas gut.
Jeder Mensch kann neue Dinge lernen und sich weiter·entwickeln.
Dazu sagen wir auch:
Jeder Mensch hat seine Stärken und sein Potenzial.
Bei der Inklusion geht es um die Stärken und das Potenzial.
Bei der Arbeit.
Beim Wohnen.
Beim Lernen.
In der Freizeit.
Inklusion ist ein Menschenrecht
Inklusion oder Integration?
Ist das das Gleiche?
Nein.
Viele Menschen verwechseln die Wörter.
Sie sagen zum Beispiel «Integration» und meinen «Inklusion».
Die 2 Wörter bedeuten etwas anderes.
Integration bedeutet:
Menschen mit Behinderungen werden in ein System eingegliedert.
Das System gibt es schon.
Menschen mit Behinderungen müssen sich an das System anpassen.
Ein solches System ist zum Beispiel das Zugfahren.
Ein Beispiel:
Eine Person im Rollstuhl will mit dem Zug fahren.
Nicht alle Bahnhöfe und nicht alle Züge sind barrierefrei.
Die Person im Rollstuhl braucht dann Unterstützung beim Einsteigen
und beim Aussteigen.
Dazu muss sie die Bahnhof-Hilfe anrufen.
Die Person muss manchmal die Reise 2 Stunden vorher anmelden.
Inklusion bedeutet:
Das System muss sich anpassen und nicht die Menschen mit Behinderungen.
Das Ziel ist:
Das System achtet auf die Bedürfnisse von allen Menschen.
Inklusion lebt die Vielfalt.
Alle Menschen gehören dazu.
Und alle Menschen bestimmen gemeinsam mit,
wie das System sein soll.
Ein Beispiel:
Alle Bahnhöfe und Züge sind barrierefrei.
Es gibt deshalb keine Barrieren.
Eine Person im Rollstuhl kann selbstständig mit dem Zug reisen.
Sie muss keine Hilfe organisieren.
Und die Person kann spontan mit dem Zug fahren.
Sie muss die Reise vorher nicht anmelden.
UNO-BRK
Das Wichtigste ist:
Inklusion ist ein Menschen·recht.
Die Schweiz hat 2014 die UNO-Behinderten·rechts·konvention unterschrieben.
Die Abkürzung ist: UNO-BRK.
Die Schweiz muss daher eine inklusive Gesellschaft schaffen.
Betroffene können das Recht auf Inklusion fordern
Menschen mit Behinderungen wollen dazugehören
Die UNO-BRK und das Gesetz sagen:
Es gibt verschiedene Arten von Behinderung:
- eine körperliche Behinderung
- eine psychische Behinderung
- eine Seh- oder Hörbehinderung
- eine geistige Behinderung
1,9 Millionen Menschen mit Behinderungen leben in der Schweiz.
Sie treffen im Alltag auf viele Barrieren.
Zum Beispiel
- wenn bei einer Treppe die Rampe fehlt.
- wenn es in einem Video keine Untertitel gibt.
- wenn die Informationen zu schwer verständlich sind.
- wenn Menschen Vorurteile haben.
Die Barrieren verhindern Teilhabe.
Menschen mit Behinderungen können weniger gut am gesellschaftlichen Leben teilnehmen.
Sie können nicht aktiv mitbestimmen.
Sie haben nicht die gleichen Rechte.
Menschen mit Behinderungen wollen dazugehören und aktiv mitmachen.
Überall in der Gesellschaft.
Dazu braucht es Unterstützung und Assistenz.
Menschen mit Behinderungen wollen wie alle Menschen:
- andere Menschen treffen und neue Menschen kennen·lernen
- unterwegs sein
- einen Beruf lernen und Weiterbildungen machen
- arbeiten und Geld verdienen
- in die Schule gehen
Behinderung oder Beeinträchtigung?
Was sagen wir?
Menschen mit Behinderungen?
Mit einer Beeinträchtigung?
Mit besonderen Bedürfnissen?
Es gibt viele verschiedenen Wörter.
Und es gibt viele verschiedene Meinungen,
welches Wort man sagen soll.
Wir von Inclusion Handicap haben überlegt:
Welches Wort wollen wir nehmen?
Wir haben uns entschieden:
Wir sagen: Menschen mit Behinderungen.
Der Grund ist:
Die UNO-BRK schreibt Menschen mit Behinderungen.
So kommt das Wort «Mensch» zuerst.
Für uns ist das Wort «Behinderung» kein Merkmal einer Person.
Behinderung bedeutet für uns: Etwas behindert mich.
Das Wort «Behinderung» zeigt auf die Barrieren,
die Menschen behindern.
Barrieren, die Teilhabe schwer machen.
Expert:innen in eigener Sache: «Nichts über uns ohne uns»
1974 organisierten Menschen mit Behinderungen eine Tagung in den USA.
Die Menschen wollten mitreden und mitbestimmen.
Das Motto der Tagung war: Nichts über uns, ohne uns.
Die Tagung war der Start für die Selbstvertretungs-Bewegung.
An der Tagung entstand auch der Name der Bewegung: People first.
Das ist Englisch und bedeutet: Mensch zuerst.
Heute gibt es überall auf der Welt Selbstvertretungs-Vereine.
Das Motto «Nichts über uns, ohne uns» bedeutet:
Menschen mit Behinderungen wissen selbst am besten,
- was sie wollen,
- was sie brauchen
- und welche Barrieren es gibt.
Sie sind deshalb Expertinnen und Experten in eigener Sache.
Als Selbst·vertreterinnen und Selbst·vertreter vertreten sie sich selbst.
Ihre Wünsche und ihre Anliegen.
Wir von Inclusion Handicap fordern:
Menschen mit Behinderungen reden und bestimmen mit.
bei allen Dingen, die für ihr Leben betreffen.
Als Expertinnen und Experten in eigener Sache.