Schulische Separation schafft nicht nur Ungleichheit, sondern auch Mehrkosten
News
In den letzten Tagen wurde die Forderung, das Recht von Schweizer Schulkindern auf inklusive Bildung umzusetzen, stark kritisiert. Dies, obwohl die Forschung festhält, dass Kinder in inklusiven Klassen besser lernen, Betroffene später bessere Arbeitsmarktchancen haben und die inklusive Schule kostengünstiger ist als das Aufrechterhalten von einem dualen System mit Regel- und Sonderklassen. Der gestern publizierte Bildungsbericht Schweiz 2026 ist vor diesem Hintergrund von besonderem Interesse. Er hält fest, dass eine breite Abkehr vom Grundsatz der Inklusion für die Schweiz teuer werden könnte: «Würden die Schülerinnen und Schüler mit verstärkten Massnahmen (gesamtschweizerisch 1,7%) stärker separiert, könnte dies zu einem deutlich höheren Bedarf an Lehrpersonen in Sonderschulen führen.» (SKBF 2026, S. 47). Der Bildungsbericht zeigt zudem erneut auf, dass die Vorteile der integrativen Förderung empirisch bestätigt sind (S. 48). Anstatt auf halbem Weg zu einem inklusivem Schulsystem wieder zu mehr Separation zurückzukehren, müsste aus Sicht von Inclusion Handicap deshalb vielmehr die Frage gestellt werden, wie eine Schule für alle gestaltet werden kann, die auch für das Lehrpersonal attraktiv ist. Genau dies gilt es, in den kommenden Jahren, gemeinsam mit Fachexpert:innen, Lehrer:innen und Betroffenen, herauszufinden. Eine vertiefte Auseinandersetzung mit dem Bericht findet sich im gestrigen SRF-Tagesgespräch. Die inklusive Schule wird ab 8:15 Minuten besprochen.