21.08.2026 - Krankentaggeldversicherung

Weiterhin Lücken bei der Arbeitsmarktintegration von Menschen mit Vorerkrankungen

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Der Bundesrat sieht keinen Handlungsbedarf beim heutigen System der Krankentaggeldversicherung. Aus Sicht von Inclusion Handicap bestehen jedoch weiterhin Lücken, die den Zugang zum Arbeitsmarkt für Menschen mit Behinderungen erschweren.

Der Bundesrat hat einen Bericht zum Postulat 24.3465 «Handlungsoptionen bei der Krankentaggeldversicherung» veröffentlicht. Das Postulat entstand aus der Beratung der Sozialkommission des Ständerats zur Motion Romano 21.4209, die ein Obligatorium zur Krankentaggeldversicherung verlangt. Mit dem Postulat wurde der Bundesrat beauftragt, aktuelle Probleme und verschiedene Lösungsmöglichkeiten für eine verbesserte Abdeckung der Lohnfortzahlungsrisiken im Krankheitsfall aufzuzeigen und diese hinsichtlich ihrer Vor- und Nachteile zu vergleichen. 

Mehr als ein Drittel

Im Bericht kommt der Bundesrat nun zum Schluss, dass sich das heutige System bewähre. Grundsätzlich liege die Versicherungsabdeckung bei Unternehmen mit mindestens drei Beschäftigten bei über 85 Prozent. Bezogen auf die Betriebe in der Schweiz sieht die Situation jedoch anders aus. Nur gerade 57 Prozent aller Schweizer Unternehmen verfügen über eine Krankentaggeldversicherung. Grund dafür ist vor allem, dass die Versicherungsabdeckung in Mikrounternehmen mit einer oder zwei beschäftigter Personen deutlich tiefer ist (44 Prozent). 

Lücke bleibt bestehen

Die fehlende obligatorische Krankentaggeldversicherung ist aus Sicht von Inclusion Handicap weiterhin eine problematische Lücke im sozialen Netz. Sie setzt für Arbeitgebende negative Anreize, Menschen mit Behinderungen oder ältere Personen anzustellen. Dadurch wird der Einstieg oder Verbleib im Arbeitsmarkt für Menschen mit einer Vorerkrankung weiterhin erschwert, was den Zielen der aktuellsten Gesetzesrevision von IVG und AHVG widerspricht. 

Inclusion Handicap befürwortet deshalb weiter die Schaffung einer obligatorischen Krankentaggeldversicherung, wie sie die Motion Romano 21.4209 fordert.